a 16 grazia klein7bs gewinnt mit dem projekt "menschen auf der flucht" die GRAZIA 2016

Seit einigen Jahren verleiht das Grazer Kinderschutzzentrum den Ehrenpreis GRAZIA für besondere Leistungen zum Schutz und zur Förderung von Kindern und Jugendlichen. Ausgezeichnet werden dabei in erster Linie Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Vereine in der Stadt Graz, die sich "für Kinder und Jugendliche stark machen".

In heurigen Jahr war es das Projekt "Menschen auf der Flucht", das die Schüler/innen der 7BS mit ihren Lehrer/innen, in erster Linie mit Frau Prof. Neubauer, Hrn. Prof. Kump und Hrn. Prof. Svoboda, auf die Beine gestellt hatten, das die Jury überzeugte: 1. Platz in der Kategorie AHS-Oberstufe/BHS!

Durch die Ehrung führten Stadtrat Kurt Hohensinner in Vertretung von Bürgermeister Siegfried Nagl, Geimeinderätin Sissi Potzinger vom katholischen Familienverband und Claudia Pregartner vom Kinderschutz-Zentrum; moderiert wurde die Preisverlehuing von Gregor Waltl.

 

 

Seit dem Spätsommer/Herbst 2015 war Österreich ganz massiv mit den Auswirkungen der Wanderungsbewegungen aus dem Arabischen Raum und aus Afrika nach Zentraleuropa konfrontiert. Das bewegte natürlich auch die Schüler/innen der 7BS und immer wieder traten sie im Unterricht mit einschlägigen Fragen an die Klassenleher/innen heran: Wer sind diese Menschen, warum flüchten sie aus ihrer Heimat, was wollen sie bei uns, wieviele kommen denn da noch, stimmen die Meldungen aus den Medien und wie können wir aktiv helfen? - Diese und noch viele andere Fragen wurden gestellt, mehr oder minder zufriedenstellend beantwortet, diskutiert. Aber letztendlich handelte es sich dabei aber immer nur um Information "aus zweiter Hand". - Und so begann die Projektidee zu reifen, nahm Gestalt an: Die Jugendlichen sollten die Chance bekommen, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

In einem ersten Schritt wurden Menschen verschiedener Hautfarben und unterschiedlicher Ursprungsnationalitäten, die in Österreich als bereits "intergriert" gelten, in die Schule eingeladen. Hier erzählten sie ihre Lebensgeschichten, standen den Schüler/innen Rede und Antwort, berichteten über Schönes und weniger Schönes, das ihnen als "Ausländer/innen" in Österreich widerfahren war.

In einem zweiten Schritt fand über persönliche Kontakte ein syrischer Asylwerber, der zu dieser Zeit in Leibnitz lebte, seinen Weg zu uns. Auch er erzählte den Schüler/innen die Geschichte seines Lebens, seiner abenteuerlichen Flucht nach Österreich. Er schilderte die schrecklichen Kriegserlebnisse in seiner Heimat, sprach von seiner Familie in Syrien, von seinem "neuen Leben" in Österreich, von seinen mittelfristigen Plänen. Durch seine Art zu erzählen, seine Authentizität berührte er alle Zuhörer/innen und löste auch große Betroffenheit aus.

Zu guter Letzt fuhr die gesamte 7BS mit Frau Prof. Neubauer, Hrn. Prof. Speer und Hrn. Prof. Svoboda ins Transitquartier für Asylwerber in die Schwarz-Halle nach Unterpremstätten. Dort war einen Schultag lang "einfaches Mitarbeiten" in der Betreung der Asylwerber/innen geplant. Und dort bekam die "Flüchtlingswelle", über die die Jugendlichen bis zu diesem Zeitpunkt nur aus den Medien unterrichtet waren, plötzlich ein Gesicht: ein verzweifeltes, ein trauriges, ein verstörtes und ein hoffnungsloses Gesicht, andererseits aber ein scheu lächelndes, freundliches, offenes, hoffnungsfrohes Gesicht. Die Jugendlichen gingen an diesem Tag durch ein Wechselbad der Gefühle, waren plötzlich mittendrin, aktiv dabei. - Und das hat keine und keinen der Beteiligten kalt gelassen... .

Ein - ganz persönlicher - Eindruck von diesem Erlebnis ist hier nachzulesen.

Für einige war dies der Beginn eines weiterführenden Engagements in der Flüchtlingsbetreuung, sie waren in ihrer Freizeit wieder und wieder vor Ort, um aktiv mitzuhelfen. Alle Schüler/innen nahmen aus diesem Projekt aber eine Vielzahl an Erfahrungen mit, sie haben dabei - so meinen sie auch selbt - etwas "fürs Leben" gelernt. - Und genau das soll Schule, soll Unterricht schließlich leisten... .

 

Herzlichen Dank für den Einsatz an alle Beteiligten, herzliche Gratulation zur Grazia 2016!

 

Fotos vom Besuch im Transitlager:

 

Fotos von der GRAZIA-Verleihung am 2.6.2016:

 

 

 

Zum Seitenanfang