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Mit dem BG/BORG HIB Liebenau, das bereits fünften Mal hintereinander dabei war, und dem „Neuling“ BORG Linz schafften im Herbst zwei Leistungssportschulen die Qualifikation für die ISF-Weltmeisterschaft in Brünn (CZE). Nach langen Vorbereitungen traten die Teams, angeführt von Delegationsleiter Mag. Michael Horvath, am 2. Juni die Reise in die Tschechische Republik an.

Insgesamt waren 55 Mannschaften aus aller Herren Länder bei dieser WM am Start. Beide Teams nutzten noch eine Trainingseinheit am Anreisetag in Brünn bevor der Wettkampf dann startete.
Die Mädchen trafen in der Vorrunde auf die Tschechische Republik und China. Das erste Spiel brachte gleich das Duell mit den Gastgeberinnen (Schule aus Brünn), die auf den Heimvorteil setzen konnten. Schnell war klar, dass die starken Tschechinnen, in deren Reihen mehrere Spielerinnen des aktuellen Juniorinnen-Nationalteams stehen, nur schwer zu schlagen sein würden. Eine über weite Strecken sehr gute Leistung reichte leider nicht für einen Satzgewinn. Auch für die HIB Liebenau gab es am ersten Spieltag keinen Grund zum Feiern. Mit 0:2 ging das Auftaktmatch relativ klar an die späteren Semifinalisten Israel.

Spektakulär verlief dann am Abend die offizielle Eröffnungsfeier. Die teilnehmenden Teams und die Ehrengäste bekamen eine rund 90-minütige Show mit tollen Einlagen geboten. Im Stile der Olympischen Spiele marschierten für jede Nation die KäpitänInnen mit der Landesflagge ein und wurden euphorisch begrüßt.

Tag 3 der Oberstufen Schul-WM in Brünn brachte für die Volleyballerinnen ein Duell mit dem Land des amtierenden Damen Olympiasiegers China und für die Burschen zwei Spiele gegen Serbien und Luxemburg. Dazu liefen die Vorbereitungen für den Cultural Evening, einen gemeinsamen Nachmittag aller Nationen, auch im österreichischen Lager auf Hochtouren.

Entgegen den Erwartungen präsentierte sich das asiatische Team nicht als ein völlig übermächtiger Gegner. So konnten die Oberösterreicherinnen über weite Strecken gut mithalten. Nach einem Satzverlust verhinderten im zweiten Satz viele Eigenfehler, insbesondere am Service, ein noch engeres Finish, sodass China sich relativ klar mit 2:0 durchsetzen konnte. Die Jungs aus der Uhrturmstadt schlugen sich gegen die Serben, die am Ende die Bronzemedaille holten, durchaus passabel, verloren aber doch mit 0:2. Gegen Luxemburg konnte dann der erste Sieg eingefahren werden und so beendeten beide Teams die Vorrunde auf Platz 3 in der Gruppe.

Der restliche Abend wurde u.a. zu Vorbereitungen auf den Cultural Evening genützt.
In der Eishalle Brünn stand dann am Mittwoch das gegenseitige Kennenlernen der Kulturen im Vordergrund. Jede Nation betrieb einen Stand mit nationalen Köstlichkeiten, an denen man sich durch die Nationalspeisen testen konnte.
Highlight des Abends waren natürlich die Auftritte der Delegationen. Österreich wurde standesgemäß mit Walzer und einem Schuhplattler vorgestellt. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit präsentierte sich die österreichische Delegation in Bestform und legte gleich am Beginn eine Top-Performance hin. Obwohl an Präzision kaum zu überbieten, konnte Österreichs Auftritt nicht mit den bekannten choreografischen Stärken Chinas mithalten, sodass diese Wertung an die Asiaten ging.
Bei der abschließenden Disco legten sich die ÖsterreicherInnen umso mehr ins Zeug. So sehr, dass selbst die Bühne nicht mehr standhalten konnte und einbrach.

Der Mittwochvormittag stand ganz im Zeichen von Sightseeing. Brünn wurde in Windeseile erkundet. Dazu kamen Aktivitäten wie Malen, ein blind zu absolvierender Barfußparcours, Schwertkampf und Bogenschießen auf der Burg.

Im dritten offiziellen Match bei der Oberstufen-WM gelang am Donnerstag dem BORG Linz der erste Sieg. Gegen die aus einem Testspiel am freien Tag bereits bekannten Belgierinnen setzten sich die Oberösterreicherinnen zunächst aufgrund vieler Eigenfehler unnötig selbst unter Druck. Mit Fortdauer des ersten Satzes klappte es jedoch immer besser, sodass dem ersten Satzgewinn nichts mehr im Wege stand. Obwohl auch im zweiten Durchgang einige Unsicherheiten das Spiel erschwerten, war dem BORG Linz der Sieg nicht mehr zu nehmen.
Weniger gut lief es dagegen bei den Burschen, die sich Zypern geschlagen geben mussten.

Die letzten Matches, für die Mädchen gegen Ungarn und Chile und für die Burschen gegen Portugal und Belgien, waren jeweils ausgeglichen und spannend. Während die Mädchen mit einem Sieg gegen Ungarn und einer Niederlage gegen Chile den 18. Gesamtrang einfuhren, mussten sich die Burschen mit einem Sieg gegen Portugal und einer Niederlage gegen Belgien mit dem 22. Platz begnügen.

Dazwischen wurden die Nachmittage zur Erholung genutzt, bevor abends weitere Spiele am Programm standen. Dieses Mal allerdings nicht am Volleyballfeld, sondern im Freizeitbereich des Hotels. Auf den Spuren von Wilma und Fred Feuerstein bewiesen die Mädels und Burschen beim Bowling und Tischfußball Feingefühl und taktische Kompetenz.

Der letzte Nachmittag wurde der Spielbeobachtung gewidmet. Beide Finalspiele waren sportliche Highlights und auf extrem hohem Niveau. Bei den Damen setzte sich Serbien im Finale gegen Deutschland mit 3:1 durch. Auf Platz drei landete die Türkei. Bei den Jungs konnten die Türken mit 3:2 den WM Titel sichern. Auch hier waren im Finale die Deutschen unterlegen. Die Bronzemedaille ging in diesem Bewerb an die serbischen Vertreter. Damit waren bei beiden Geschlechtern jeweils dieselben Nationen auf dem Podium.

Unmittelbar nach der würdigen Siegerehrung gab es noch eine kurze Abschlusszeremonie mit dem Einholen und der Übergabe der ISF-Fahne an den nächsten Veranstalter. In zwei Jahren wird die ISF WM Volleyball in Brasilien stattfinden und alle Teilnehmer sind sich einig, dass es ein großer Ansporn für die nächste Generation sein wird, in Südamerika antreten zu dürfen.

Resümee: Unsere Mädchen und Burschen haben sich sowohl sportlich als auch vom allgemeinen Auftreten ausgezeichnet präsentiert. Das wir sportlich nicht weiter vorne platziert sind, liegt einerseits an der Altersregelung, welche vierjährige Oberstufenmodelle klar benachteiligt, und andererseits daran, dass die Topnationen die Nationalteams dieses Alters in einer Schule konzentrieren. Insgesamt ist dieser Bewerb aber eine große Bereicherung für die Entwicklung unserer Talente. Das Sammeln internationaler Erfahrung gerade gegen ältere Teams ist ein wesentlicher Beitrag im Reifeprozess unserer Sportler. Auch die Motivation, sich auf einen solchen Top Event vorzubereiten, ist ein unschätzbarer Mehrwert im Trainingsalltag in unseren Leistungssportschulen. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und zählte im langjährigen Vergleich zu den besten Meisterschaften der letzten 20 Jahre. Unterkunft und Verpflegung hatten österreichisches Niveau, die Sporthallen waren neu und hoch genug und die Entfernungen waren kurz. Das Rahmenprogramm war abwechslungsreich und dem Alter angemessen.

Die österreichische Delegation:

Head of Delegation: Mag. Michael Horvath

Schiedsrichter: Gernot Schirmbacher, Dietmar Carter

BORG Linz:
Trainer: Mag. Teresa Hofer, Florian Stangl; Spielerinnen: Victoria Stütz, Anna Sahin, Anna Trauner, Selina Bauernfeind, Melanie Steiner, Saskia Trathnigg, Martina König, Anna Kern

BG/BORG HIB Liebenau:
Trainer: Mag. Sebastian Tatra, Mag. Reinhard Schaumberger; Spieler: Daniel Brandstetter, Matthias Zwickle, Nicolas Weiss, Luca Ehall, Julian Hiedl, Laurin Baumkirchner, Florian Hirsch, Thomas Stangl, Jakob Tettmann, Simon Pansy, Julian Zagar, Yannick Seibert

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