a 22 liebenauer prozesseerinnern – 75 jahre liebenauer prozesse

Am 10. Oktober 2022 nahmen wir, die Ethikschüler*innen der 8B und 8BS Klasse, an der wissenschaftlichen Konferenz zum Thema „Holocaust vor der Tür – Todesmärsche ungarischer Juden im Spiegel von Nachkriegsjustiz und Erinnerungskultur“ teil. Dieses Symposium wurde vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsforschung, vom Institut für Geschichte der Universität Graz und vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien veranstaltet. Zu Beginn hörten wir einen Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx über den "Liebenauer Prozess", der vor 75 Jahren, im Oktober 1947, stattgefunden hat und in welchem die Verantwortlichen für die Verbrechen im Lager Liebenau verurteilt worden sind.


Danach folgte ein Referat von Dr. Claudia Kuretsidis-Haider über die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden im Spiegel der Justizakten der österreichischen Volksgerichte. Nach der Pause gab es einen Doppel-Vortrag mit dem Titel „The Wetzelsdorf Case“, welcher die Verbrechen am Feliferhof im Grazer Westen und in der SS-Kaserne Wetzelsdorf (heute Belgier-Kaserne) beleuchtete. Die Ausführungen eines jungen Wissenschaftlers, der in seiner wissenschaftlichen Arbeit die Tätermotive bei Endphasenverbrechen im Kreis Scheibbs rekonstruiert hat, zeigte uns unter anderem, dass auch 16-, 17-jährige Jugendliche unter den Tätern waren. Am besten haben uns die Vorträge über den Liebenauer Prozess und über den Wetzelsdorfer Fall gefallen. Wir haben im Ethik-Unterricht über Gerechtigkeit und Recht gesprochen, die genannten Vorträge dienten als Erweiterung unseres Wissens in diesem Bereich. Sehr schockierend fanden wir, dass viele Jahrzehnte lang über das Lager Liebenau und die damit verbundenen Verbrechen geschwiegen worden ist und es fast 75 Jahre lang gedauert hat, bis die ersten Nachforschungen unternommen wurden. Die wissenschaftliche Konferenz war nicht nur sehr interessant und eine großartige Erfahrung für uns Schüler*innen, sondern auch eine gute Vorbereitung für unsere Exkursion nach Mauthausen im Oktober bzw. November. Als Nachbereitung zur Konferenz besuchte unsere Ethikgruppe einige Tage später auch die in unmittelbarer Nähe zu unserer Schule liegende Gedenkstätte „Lager Liebenau“ am Grünanger. Es wurde uns bewusst, wie wichtig in diesem Zusammenhang das Erinnern ist.

Bild: Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx und die Ethikgruppe vor dem Meerscheinschlössl

Zum Seitenanfang
cookies erleichtern die bereitstellung unserer dienste. mit der nutzung unserer dienste erklären sie sich damit einverstanden, dass wir cookies verwenden.